Logo degrowth

Blog

Naomi Klein: "Es gibt diesen August keinen wichtigeren Ort"

03.08.2015

Der Kampf gegen Kohle im Rheinland trifft auf prominente internationale Unterstützung. Naomi Klein, Autorin von "Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima" und Bill McKibben, Klimaaktivist und Mitbegründer der Klimaorganisation 350.org betonen in zwei Statements die immense Wichtigkeit des Kohleprotests im Rheinland. Dieser findet direkt nach unserer Sommerschule dort statt.

Klein schreibt: "Deutschlands schnelle Energiewende wurde von der Bevölkerung dieses Landes vorangetrieben. Dies ist ein Erfolg, der nun dem Rest der Welt als Beispiel dient. Aber solange die politische Führungsschicht in Deutschland darauf besteht riesige Maschinen zu benutzen um die Erde aufzureißen und damit die europaweit größte CO2-Quelle zu produzieren, bleibt die Energiewende traurigerweise unvollständig. Die Braunkohletagebaue stellen eine existenzielle Gefahr für die Menschheit dar. Deshalb müssen unsere Bewegungen wieder einmal aktiv werden und sie stilllegen. Es gibt diesen August keinen wichtigeren Ort an dem wir sein könnten."

Mc Kibben bezeichnet die Anti-Kohle Aktivist*innen als "Rettungskräfte für den bedrohten Planeten": "Ich bin sehr erfreut zu sehen dass Menschen in den Braunkohletagebauen einen klaren Schlussstrich ziehen und die größten Kohlebagger der Welt stoppen. Uns treiben nicht Ideologien, sondern physikalische Fakten: Es ist einfach nicht möglich all diese Braunkohle zu verbrennen und das Klima intakt zu halten. Diese Demonstrant*innen sind Rettungskräfte eines bedrohten Planeten."

Auch in Deutschland wird die Aktion begrüßt. Niko Paech, vielleicht bekanntester Wachstumskritiker Deutschlands, schreibt über die Aktion: Sie "verbindet auf perfekte Weise die Darstellung konstruktiver Entwürfe für eine Zukunft ohne Wachstum und Kohle mit politischen Aktionen gegen die skandalöse, unbedingt sofort zu überwindende Kohleförderung." Für Friederike Habermann geht es vor allem darum, anders als die G7,"Worten Taten folgen zu lassen".

   

Share on the corporate technosphere


Our republication policy

Support us

Blog

Breaking the chains of delusion -Technological progress mythologies and the pitfalls of digitalization

By: Fabian Scheidler

Eine deutsche Version des Textes findet sich hier. When it comes to technological development, I often hear the words: What can be done will be done – sooner or later. Many people think that technological development follows a path directed by quasi-natural laws that head into one and only one direction – called “progress” – which is: to use more technology, more complex technology, more exp...

Blog

Eine Wirtschaftswende für Griechenland – und ganz Europa

By: Nina Treu

Von Nina Treu Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung hat vor kurzem berechnet, dass die Eurokrise Griechenland fast ein Viertel seiner Wirtschaftsleistung gekostet hat. Das ist die größte erfasste Schrumpfung eines Industrielandes in Friedenszeiten. Zynisch könnte man meinen, dass dies ein Beispiel für Degrowth oder Postwachstum in Europa ist. Ist es a...

Blog

Post-Development-Diskurs: Lektionen für die Degrowth-Bewegung (Teil 1)

Von Lasse Thiele Ist Degrowth nur im Kontext „übersättigter“ Industriegesellschaften denkbar, während der „globale Süden“ weiterhin auf Wachstum angewiesen ist? In den beiden Teilen dieses Beitrags sollen derartige Annahmen hinterfragt werden: Zunächst werden entwicklungskritische Positionen vorgestellt, die das westliche Wohlstandsmodell nicht übernehmen wollen; im nächsten Schritt werden die...