Basierend auf den Leitlinien einer digitalen Suffizienz, eines konsequenten Datenschutzes und einer Gemeinwohlorientierung nach dem Motto "kollaborativ statt kapitalistisch" verknüpfen die Autoren die Chancen einer so ausgerichteten Digitalisierung mit Politikvorschlägen aus der Debatte um eine sozial-ökologischen Transformation. Dazu gehören vor allem eine ökologisch-digitale Steuerreform für eine Re-Regionalisierung der Wirtschaft, eine kurze Vollzeit zum Ausgleich für durch Digitalisierung wegfallende Arbeitsplätze und punktuelle Werbeverbote zur Begrenzung einer Konsumausweitung. Flankierend kommen die Unterstützung kooperativer statt kommerzieller Plattformen der Sharing-Ökonomie und der Ausbau der Care-Ökonomie hinzu.
Ökologische Vorteile einer Digitalisierung sehen die Autoren vor allem im Bereich der Steuerung dezentral organisierter Stromnetze aus erneuerbaren Energien, in der Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel als Alternative zum Auto und in kollaborativen digitalen Austauschplattformen. Konzepte wie "Smart Home" oder "Smart City" sehen die Autoren in ihrer Ganzheit kritisch – sowohl aus ökologischen, als auch aus datenschutzrelevanten Gründen, wobei sie punktuell durchaus Vorzüge sehen. Es gilt auch hier: "Nicht so viele smarte Geräte wie möglich, sondern so wenige wie nötig".
In unserem Interview für den Stream towards Degrowth diese Woche sprachen wir mit Joachim Spangenberg, dem Co-Coordinator des EJOLT-Projektes für Umweltgerechtigkeit, das im April eine Karte der weltweiten Ressourcen- und Umweltkonflikte veröffentlichte. In einem Onlinekurs im Rahmen des Projektes trainieren Vertreter/innen von Umweltbewegungen den erfolgreichen Umgang mit Medien, Politikern und vor Gericht. In EJOLT arbeiten [...]
Was heißt das: Zeitwohlstand? In unserem Buch zu diesem Thema haben wir den Begriff nicht eindeutig definiert. Nicht dass wir uns darüber keine Gedanken gemacht hätten. Wir glauben jedoch, dass Zeitwohlstand als Begriff eine Funktion erfüllen kann, für die eine strikte Definition nicht nötig ist und vielleicht sogar hinderlich wäre. Es reicht hier zunächst Zeitwohlstand [...]
Überall auf der Welt fahren die Leute gerne Mercedes. Auch andere Produkte „Made in Germany“ sind beliebt. Das herrschende Argument: Gute Qualität überzeugt eben. Deshalb exportiere Deutschland viel mehr als andere Länder. Im Jahr 2013 soll der deutsche Leistungsbilanzüberschuss (Exporte minus Importe) bei ca. 200 Milliarden Euro liegen. Dabei ist das nichts Neues: Deutschland erwirtschaftet seit [...]